IndexStyle

Ein Wörterbuch der Gestaltungsstile, geschrieben aus den Werken selbst.

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Wörterbuch

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Cyberfeminism — Old Boys Network, 100 Anti-Theses of Cyberfeminism, 1997 — Wikimedia Commons / CC BY 4.0 · © Sollfrank, Cornelia & Old Boys Network ed. 1998. First Cyberfeminist International. Hamburg: obn

Cyberfeminism

サイバーフェミニズム / 1991–2000s / Bildwelt / Digitale Kunst

Eine Bewegung, die das australische Kollektiv VNS Matrix 1991 für sich beanspruchte und die die Theoretikerin Sadie Plant zur selben Zeit in Großbritannien unabhängig davon so nannte. Ihr Manifest reiste per Fax, per Post, als geklebtes Plakat, als Großfläche und als Beitrag im Netz. Gegen eine Computerkultur, die den Körper hinter sich lassen wollte, rückte sie Schleim und Sexualität wieder in die Mitte.

Zeilen in fetter Grotesk, über eine kugelige Wölbung verzerrt und jede in einem anderen Schriftgrad / Ein zweifarbiges Blatt, Schwarz auf blassem Rosa, mit einem weiß ausgesparten Kreis in der Mitte / Ein gekachelter Rand aus augenähnlichen organischen Formen, gesäumt von strahlenförmigen Härchen / Der Name der Gruppe steckt als eine Zeile im Text, statt unten als Signatur zu stehen

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Chinese Blue-and-White Porcelain — Große Schale mit gelapptem Rand in Blau-Weiß mit Felsen, Blütenpflanzen und Melonen, Yuan-Dynastie, 14. Jahrhundert — Wikimedia Commons / CC0

Chinese Blue-and-White Porcelain

青花(中国の染付) / 14th century– / Stil / Keramikstile

Ein System der Unterglasurmalerei, bei dem Kobaltoxid mit dem Pinsel auf einen weißen Porzellanscherben gesetzt, mit einer transparenten Glasur überzogen und gebrannt wird. Es entstand, als die Öfen von Jingdezhen in Jiangxi in der Yuan-Zeit Kaolin in die Masse gaben und den Brand veränderten. Weil die Palette auf eine einzige Farbe beschränkt bleibt, entsteht jede Abstufung allein aus der Dichte der Lasur und aus den weiß ausgesparten Formen.

Ein einziges Blau auf weißem Porzellangrund, ohne jede zweite Farbe / Die Kontur wird in dichtem Blau gezogen und innen mit hellen Lasuren gefüllt, die wie eine Tuschmalerei abstufen / Auf einem dicht ausgemalten blauen Grund bleiben die Muster im Weiß des Scherbens ausgespart / Weil die Malerei unter der Glasur liegt, bildet der Pinselstrich keine Kante und die Fläche glänzt glatt

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Famille Rose — Famille-rose-Schale mit Lotosranken, Qing-Dynastie, Qianlong-Ära, 1736-1795 — Wikimedia Commons / CC BY 4.0

Famille Rose

粉彩(ファミーユ・ローズ) / 1720s– / Stil / Keramikstile

Ein in China entstandener Stil der Aufglasurmalerei auf Porzellan, der auf einer deckenden Farbe von Rosa bis zu einem ins Violette gehenden Rosenton beruht. Diese Farbe ist der aus kolloidalem Gold gewonnene Cassiuspurpur, den Jesuiten um 1685 nach China brachten. Ihren Höhepunkt erreichte sie in der Yongzheng-Ära, danach entstand sie vor allem als Exportware für Europa.

Eine deckende Farbe von Rosa bis ins violette Rosé trägt den stärksten Ton des Stücks / Weil die Farbe deckt, scheint das weiße Porzellan nicht durch und die Farbfläche liegt unverändert auf dem Stück / Über der Glasur eingebrannt, glänzen bemalte Fläche und weiß belassene Reserve unterschiedlich / Derselbe Stil taucht auf französischen, deutschen und englischen Stücken auf, und die Herkunft verrät sich allein in der Pinselführung

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Blanc de Chine — Stehende Guanyin aus weißem Porzellan, Dehua-Öfen, zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts — Wikimedia Commons / CC0

Blanc de Chine

ブラン・ド・シーヌ(徳化白磁) / Ming dynasty– / Stil / Keramikstile

Der Name Weiß aus China, den europäische Sammler dem weißen Porzellan aus den Öfen von Dehua in Fujian gaben. Bemalung fehlt völlig, sodass alles auf einer dicken Glasur zwischen Milchweiß und Bläulich beruht sowie auf geformten Körpern, denen von Hand gearbeitete Einzelheiten angesetzt werden. Guanyin-Figuren und Becher nach dem Vorbild des Rhinozeroshorns wurden zu ihren bekanntesten Stücken.

Nirgends ist Malerei zu sehen, die Oberfläche bleibt durchgehend weiß / Eine dicke Glasur, die zwischen Milchweiß und Bläulich schwankt und dort Licht durchlässt, wo sie dünn wird / Sichtbar bleiben die Nähte, an denen gesondert modellierte Finger und Gewandfalten auf den geformten Körper gesetzt wurden / Becher mit weiter Mündung und verengtem Boden, die die Form eines quer geschnittenen Horns unverändert ins Porzellan übertragen

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Goryeo Celadon — Goryeo celadon incense burner, 12th century — National Museum of Korea; photo: Steve46814 (alternative high-resolution example) — Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Goryeo Celadon

高麗青磁 / 918–1392 / Stil / Keramikstile

Der Seladonstil, der in Korea zur Zeit der Goryeo-Dynastie entstand. Über einen grauweißen Scherben mit geringem Eisenanteil legt sich eine durchscheinende Glasur zwischen Grün und Blau, deren schönster Ton bisaek genannt wurde. Weil die Glasur durchsichtig bleibt, wirken die in geschnittene Rillen eingelegten Muster aus weißem und rotem Ton, als stiegen sie unter Wasser hervor.

Über einem grauweißen Scherben liegt eine durchscheinende Glasur zwischen Grün und Blau / Die mit weißem und rotem Ton gefüllten Einlegelinien wirken unter der Glasur versenkt / Ritzung, Relief und Durchbruch kommen an einem einzigen Gefäß zusammen vor / Auf dem grünen Grund liegen nur wenige braunschwarze oder rote Malereien aus Eisen oder Kupferpigment

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Buncheong — Buncheong-Gefäß mit Pfingstrosendekor in Sgraffito, Joseon-Dynastie, zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts — Wikimedia Commons / CC0

Buncheong

粉青沙器 / 14th–16th century / Stil / Keramikstile

Koreanische Keramik, deren graublauer Scherben mit weißer Engobe überzogen wird und deren Name eine Wendung des Kunsthistorikers Go Yuseop abkürzt. Sie gliedert sich danach, wie die Engobe aufgebracht wird, durch Einlegen, Stempeln, Schaben, Eisenmalerei, Bürsten und Tauchen, und die ungleiche Deckung des Weiß zusammen mit dem Lauf der Bürste gibt jedem Stück ein eigenes Gesicht.

Weiße Engobe liegt über einem graublauen Scherben, und die ungleiche Deckung ist selbst das Muster / Auf gebürsteten Stücken laufen die Borstenspuren in eine Richtung und bleiben als weißes Band stehen / Auf gestempelten Stücken füllen sich die dicht an dicht eingedrückten kleinen Chrysanthemen mit weißem Ton und reihen sich als weiße Punkte / Auf getauchten Stücken markiert die Eintauchtiefe eine einzige Linie, und darunter tritt das Grau des Scherbens hervor

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Kakiemon — Emailbemalter Teller im Kakiemon-Stil, Arita, um 1675-1725 — Wikimedia Commons / Public domain

Kakiemon

柿右衛門様式 / 17th century– / Stil / Keramikstile

Ein Stil, bei dem in Arita in Hizen gebranntes Weißporzellan rote, grüne und blaue Aufglasurfarben erhält. Der Name stammt von der Malerfamilie, der die Einführung der Aufglasurmalerei in Arita in den 1640er Jahren zugeschrieben wird. Große Teile des weißen Scherbens bleiben unbemalt, und das Bild rückt an eine Seite.

Weil die Farbe auf der Glasur liegt, steht allein die bemalte Stelle leicht erhaben und wirft das Licht zurück / Feine rote, grüne und blaue Linien mit Gold zeichnen Pflaumenblüte, Bambus, Vögel und Figuren / Die weiße Fläche ist größer als die Malerei, und das Motiv rückt an den Rand, während die Mitte leer bleibt / Neben Gefäßen gibt es Figuren von Menschen und Elefanten, die mit denselben Aufglasurfarben und demselben Gold bemalt sind

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Oribe Ware — Quadratische Oribe-Schale, Mino-Ware, Edo-Zeit, 17. Jahrhundert — Wikimedia Commons / Public domain

Oribe Ware

織部 / Momoyama period– / Stil / Keramikstile

Ein Steinzeugstil, der von der Momoyama-Zeit bis in die frühen Tokugawa-Jahre in den Öfen von Seto und Mino gebrannt wurde und im Teegerät seinen Mittelpunkt hat. Die Oberfläche bleibt rau, die Glasuren sind wenige und warm im Ton. Das Kupfergrün bedeckt nur einen Teil des Gefäßes, und auf dem frei gelassenen Scherben werden Muster mit Eisen gemalt.

Das Kupfergrün bedeckt nur eine Seite des Gefäßes, und die Grenze zwischen glasiert und frei bleibt als eine Linie stehen / Auf dem unglasierten Scherben werden Linien und geometrische Muster mit Eisenpigment gepinselt / Die Oberfläche bleibt rau und erreicht nie die Glätte von Porzellan / Wenige Farben genügen, das Grün der Glasur, das warme Grauweiß des Scherbens und das Braunschwarz des Eisens

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Raku Ware — Hon'ami Kōetsu, weiße Raku-Teeschale mit dem Namen Fujisan, 17. Jahrhundert — Wikimedia Commons / Public domain

Raku Ware

楽焼 / 16th century– / Stil / Keramikstile

Keramik, die bei niedriger Temperatur gebrannt, noch heiß mit der Zange aus dem Ofen gehoben und an der Luft abgekühlt wird. Die Bleiglasur verläuft nicht vollständig, sondern sammelt sich dick, und der Scherben bleibt weich und porös, sodass aus einem einzigen Brand kein Stück dieselbe Oberfläche zeigt. Das in Japan entstandene Verfahren wurde später auch zum Namen einer Technik, die diese Wirkung sucht.

Eine Glasur, die sich dick sammelt und kurz vor dem Rand kraus zum Stehen kommt / Ein feines Craquelé, das die rasche Abkühlung hinterlässt, durchzieht die ganze glasierte Fläche / An unglasiertem Fußring und Boden liegt der weiche Scherben unverstellt frei / Selbst aus demselben Ofen trägt jedes Stück die Farbunterschiede an anderer Stelle und in anderem Maß

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Istoriato — Werkstatt in Urbino, Fußschale mit Abraham und Isaak, 16. Jahrhundert — Wikimedia Commons / CC0

Istoriato

イストリアート / c. 1500– / Stil / Keramikstile

Ein italienischer Stil, der die ganze Fläche eines Majolikatellers als ein einziges Bild behandelt und historische, mythologische, biblische oder allegorische Szenen farbig bis an den Rand ausführt. Er erscheint um 1500 und verbreitet sich in Verbindung mit Urbino. Das Gefäß ist kein geschmücktes Gerät mehr, sondern wird zum Bildträger.

Die Szene läuft ohne Unterbrechung vom Spiegel bis zum Rand, ohne dass ein Zierband sie abteilt / Auf einem Grund aus weißer Zinnglasur liegt eine Malerei in Gelb, Blau, Grün und Braun / Die Figuren stehen in einer räumlich gestaffelten Landschaft oder Architektur, und die Bildkomposition wird unverändert übernommen / Auch auf der Wölbung des Randes bricht die Szene nicht ab, und das Bild verzieht sich entlang dem Körper des Gefäßes

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Talavera Poblana — Talavera-Gefäß, 18. Jahrhundert, Museo Franz Mayer — Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 · © AlejandroLinaresGarcia

Talavera Poblana

タラベラ・ポブラーナ / 16th century– / Stil / Keramikstile

Die Ware, die entstand, als die spanische Zinnglasurkeramik in Puebla neu gemacht wurde, bemalt über einer dick aufgetragenen milchweißen Glasur. Sie borgt sich die einfarbig blauen Kompositionen des chinesischen Porzellans, das über den Pazifik kam, und mischt ihnen ortsgebundene Bilder wie den doppelköpfigen Adler und den Quetzal bei, und genau darin unterscheidet sie sich von der Majolika, aus der sie hervorging.

Eine dicke milchweiße Glasur bedeckt das ganze Stück und bildet dort eine Stufe, wo sie sich sammelt, am Rand und am Fuß / Ein in einem einzigen Blau gemaltes Feldermuster teilt den Rand in kleine Abschnitte und läuft einmal ganz herum / Zwischen Blüten und Felsen chinesischer Art steht ein einziges ortsgebundenes Bild, ein doppelköpfiger Adler oder ein Quetzal / Die Fliesen wiederholen ein Muster und decken damit ganze Wandflächen, doch trägt keine denselben Pinseldruck

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Studio Pottery — Hans Coper, Vase in Spatenform, 1968 — Wikimedia Commons / CC0

Studio Pottery

スタジオ・ポタリー / 1920s– / Stil / Keramikstile

Eine Keramik, bei der nicht in der Fabrik, sondern in der eigenen Werkstatt eine einzige Person das Stück vom Formen über die Glasur bis zum Brand führt. Sie entstand im Aufschwung des Kunsthandwerks zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, und ihre Absage an die maschinelle Fertigung zeigt sich unmittelbar in Form und Oberfläche. Der 1920 in St Ives in Cornwall eröffnete Ofen wurde ihr Mittelpunkt.

Drehrillen und die Nähte von Wulst und Platte bleiben stehen und werden nicht verstrichen / Hoch gebrannte Ascheglasuren, Seladon und Tenmoku, in denen Braunschwarz und Graugrün immer wiederkehren / Kupferrote und violette Glasuren laufen im Ofen und bleiben als ungeplante Schlieren auf der Wandung / Unter der weißen Glasur sind feine Linien geschnitten und mit farbiger Engobe gefüllt, und nur Rand und Fuß erhalten eine andere Glasur

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Cloisonné — Cloisonné-Tafel mit Drachen, Ming-Dynastie, spätes 16.–frühes 17. Jahrhundert, The Metropolitan Museum of Art — Wikimedia Commons / CC0

Cloisonné

七宝(クロワゾネ) / ancient– / Technik / Gefäß- und Handwerkstechniken

Technik, bei der dünne Metallstege aufgestellt werden und in jede so entstandene Zelle ein glasiger Schmelz eingefüllt und eingebrannt wird. Die Stege bleiben nach dem Brand als sichtbare Metalllinien stehen, sodass jede Farbfläche stets von einer Linie umschlossen ist. Das Getty führt sie als Verfahren und nicht als Stil.

Jede Farbfläche ist von einer dünnen Metalllinie eingefasst, und die Linien zerlegen die ganze Zeichnung ohne Unterbrechung. / Nirgends laufen zwei Farben ineinander. / Nur die Linien geben den Glanz von Metall zurück, nicht den des Schmelzes. / Der Grund besteht aus Metall oder Porzellan, sodass sich die Zeichnung um ein gewölbtes Gefäß legt statt auf einer flachen Tafel zu liegen.

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Kintsugi — Mit Kintsugi reparierte Ko-Karatsu-Teeschale — Wikimedia Commons / CC BY 2.0 · © Jean-Pierre Dalbéra

Kintsugi

金継ぎ / 15th century– / Technik / Gefäß- und Handwerkstechniken

Kintsugi ist die japanische Art, zerbrochenes Keramikgeschirr mit Urushi-Lack und Gold oder Silber zu flicken, sodass die Reparatur gezeigt und nicht versteckt wird. Das Getty ordnet es den Verfahren der Restaurierung zu, also dem Ausbessern und nicht einem Stil. Der Bruch bestimmt, wo die Metalllinien verlaufen, deshalb ergibt ein Gefäß nie zweimal dieselbe Zeichnung.

Dünne Linien aus Gold oder Silber, die dem Bruch genau folgen. / Eine ungleiche Linienbreite, die dort zur Fläche anschwillt, wo ein Splitter fehlte. / Ein schmaler Streifen dunklen Lacks, der am Rand des Metalls hervorsieht. / Metalllinien, die das ursprüngliche Dekor des Gefäßes kreuzen, ohne sich darum zu kümmern.

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Maki-e — Nakayama Komin, Süßigkeitengefäß mit Maki-e-Dekor von Insektenkäfigen, 19. Jahrhundert, Tokyo National Museum — Wikimedia Commons / Public domain

Maki-e

蒔絵 / Heian period– / Technik / Gefäß- und Handwerkstechniken

Sammelbegriff für japanische Dekortechniken, bei denen Gold, Silber oder farbiges Pulver auf den noch feuchten Lack gestreut wird und das Bild dort haften bleibt. Der Name bedeutet gestreutes Bild, und in der Heian-Zeit wurde das Verfahren zur wichtigsten Verzierung von Lackarbeiten. Die Abstufung entsteht nicht durch Mischen von Farbe, sondern durch die Körnung des Pulvers und die Dichte des Streuens.

Goldene Bilder, die unter der Oberfläche eines schwarzen Lackgrunds zu liegen scheinen. / Dasselbe Gold zeigt sichtbares Korn, wo das Pulver grob ist, und eine glatte Fläche, wo es fein ist. / Die Ränder des Musters entstehen aus einem Wechsel der Pulverdichte und nicht aus einer gezogenen Linie. / Aufgelegte Goldblattstücke aus Kirikane liegen zwischen den gestreuten Partien und bilden dort glatte Goldflächen.

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Mokume-gane — Hamano Masanobu, Schwertstichblatt (Tsuba) mit Falke und Sperlingen, 1836, Walters Art Museum — Wikimedia Commons / Public domain

Mokume-gane

木目金 / 17th century– / Technik / Gefäß- und Handwerkstechniken

Japanische Technik, die viele Lagen verschiedenfarbiger Metalle zu einem Block verbindet und die Fläche durch Einschneiden und Walzen mit einer Maserung überzieht, die den Jahresringen des Holzes gleicht. Die Maserung ist nicht aufgemalt, sondern der Schnitt durch den Schichtstapel, deshalb tilgen weder Feilen noch Polieren sie, und mit der Form ändert sich auch die Zeichnung.

Die Streifen schließen sich zu Ringen und Wirbeln, die an das Hirnholz eines Stammes erinnern. / Rötliches Kupfer, weißes Silber und dunkel gefärbte Lagen stoßen unmittelbar aneinander. / Zwei Stücke derselben Werkstatt in derselben Form tragen nie dieselbe Zeichnung. / Die Streifen brechen an der Kante nicht ab, sondern laufen durch die Dicke des Blechs weiter.

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Cameo Glass — Becher mit Bacchus und Ariadne, Rom, um 25 v. Chr.–25 n. Chr., Getty Villa — Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 · © sailko

Cameo Glass

カメオ・グラス / Roman era– / Technik / Gefäß- und Handwerkstechniken

Überfangglas aus zwei oder mehr Schichten unterschiedlicher Farbe, dessen äußere Schicht geschnitten, geschliffen oder graviert wird, bis die Darstellung hervortritt. Das Getty ordnet es den Werkstoffen zu. Das Bild ist nicht aufgemalt, sondern stehen gelassen, und die verbliebene Dicke bestimmt die Deckkraft.

Ein helles Bild, das sich reliefartig von einem dunkleren Grund abhebt. / Wo tief geschnitten wurde, scheint die Grundfarbe durch und das Bild sinkt ab, nur die dicksten Stellen werden ganz deckend. / Der Grund ist einfarbig und gleichmäßig, die gesamte Tonabstufung liegt im Bild. / Die Ränder sind Stufen und keine gezogenen Linien, deshalb wirft das Bild bei streifendem Licht seinen eigenen Schatten.

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Venetian Glass — Verlobungspokal mit Email und Vergoldung, Venedig, 1475–1500 — Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0 UK · © David Jackson

Venetian Glass

ヴェネツィアン・グラス / 13th century– / Stil / Gefäß- und Handwerkstechniken

Sammelbegriff für das auf der venezianischen Insel Murano hergestellte Glas und für die Formen, die sein Werkstoff vorgibt. Sodaglas ist leicht und sehr dehnbar, deshalb entsteht die Form im heißen Zustand durch Ziehen, Drehen und Ansetzen und nicht durch Schleifen. Milchweißes Lattimo und netzartige Filigrana liegen im Körper, während Vergoldung und Emailmalerei obenauf kommen.

Die Wandung bleibt dünn, und Fuß und Henkel treten als ausgezogene dünne Linien an. / Fäden aus milchweißem Glas sind in den klaren Körper eingebettet und bilden Netze und Streifen. / Geschliffener Dekor fehlt fast völlig, und der Schmuck liegt stattdessen als Vergoldung und Email auf der Oberfläche. / Kleine Scheiben, aus gemusterten Stäben geschnitten, streuen sich über die Fläche.

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Biedermeier — Biedermeier-Sofa, Österreich, um 1815–1825, Montreal Museum of Fine Arts — Wikimedia Commons / Public domain

Biedermeier

ビーダーマイヤー / 1820s–1850s / Stil / Möbel und Interieur

Ein spöttischer Beiname, den man der mitteleuropäischen Kunst und Innenausstattung der 1820er bis 1850er Jahre erst nachträglich gab und der dann zum Stilnamen wurde. Er ist mit dem Geschmack des Bürgertums verknüpft und zeigt sich in schlichten Formen ohne verwickelten Schmuck sowie in Bildthemen, die nahestehende Menschen und die Natur mit Gefühl schildern.

Möbel, deren Umriss einfach bleibt, ohne aufgelegte Schnitzerei und ohne Einlegearbeit. / Statt eines Ornaments tritt die Maserung des Holzes selbst nach vorn. / Die Bildthemen sind nahestehende Menschen und die Natur, mit Gefühl behandelt. / Bescheidene Maße, gedacht für das Zimmer eines Bürgers und nicht für einen fürstlichen Saal.

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Chippendale — Stuhl ohne Armlehnen (einer von einem Paar), Großbritannien, um 1755, Metropolitan Museum of Art — Wikimedia Commons / CC0

Chippendale

チッペンデール / 1750s–1760s / Stil / Möbel und Interieur

Stil des englischen Möbels der 1750er und 1760er Jahre. Weil Werkstätten im ganzen Land nach den Entwürfen des Möbeltischlers Thomas Chippendale arbeiteten, wurde ein Personenname zum Namen des Stils. Das Gerüst bleibt Rokoko, und Durchbrucharbeit wie Zierschnitzerei ballen sich in Rückenlehne und Beinen.

Die Rückenlehne ist kein geschlossenes Brett, sondern durchbrochen, sodass man hindurchsieht. / Die Schnitzerei sammelt sich an Kanten und Beinen, und kaum eine Fläche bleibt glatt. / Vom Rokoko übernommene Kurven laufen durch Beine und Kopfstück, und keine Ecke bricht gerade ab. / Die Schnitzerei ist kein aufgelegter Zierrat, sondern aus der Dicke des Holzes herausgearbeitet.

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Empire Style — Werkstatt Jacob, Joséphines Stuhl mit schwanenförmigen Armlehnen, um 1804, Château de Malmaison — Wikimedia Commons / CC0

Empire Style

アンピール様式 / 1804–1814 / Stil / Möbel und Interieur

Stil der Innenräume und Möbel, der sich zur Zeit des napoleonischen Kaiserreichs von Frankreich aus verbreitete, mit großen schmucklosen Flächen, auf die vergoldete Beschläge punktweise aufgesetzt werden. Löwentatzen, geflügelte Sphinxköpfe, Lotos und runde Rosetten treten paarweise auf, und diese symmetrische Anordnung lässt ihn schwerer wirken als den vorangehenden Klassizismus.

Auf schmucklosen Mahagoniflächen sitzen vergoldete Beschläge als Punkte in gleichen Abständen. / Das Vorderbein endet unten in einer Löwentatze und oben in einem geflügelten Sphinxkopf, der die Armlehne trägt. / Eine Reihe runder Rosettenbeschläge läuft in gleichem Abstand über die untere Leiste der Rückenlehne. / Die Stühle stehen als gleiche Paare, und Sitz wie Wand tragen dieselbe dunkle Seide.

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Aesthetic Movement — James McNeill Whistler, The Peacock Room (Harmonie in Blau und Gold), 1876–77, Freer Gallery of Art — Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 · © Votpuske

Aesthetic Movement

唯美主義運動 / 1870s–1880s / Stil / Möbel und Interieur

Bewegung in Großbritannien und den Vereinigten Staaten der 1870er und 1880er Jahre, die von der Malerei bis zu Möbel, Textil und Architektur reichte. Unter der Losung der Kunst um der Kunst willen stellte sie den eigenständigen Wert der Schönheit über Belehrung, Erzählung und das Gewicht des Gegenstands. Deshalb sagt das Ornament nichts aus und alles entscheidet sich am Einklang der Fläche.

Sonnenblumen und Lilien, die in derselben Form auf Keramik, auf Stoffen und im Raum selbst wiederkehren. / Eine Palette, die zu Olivgrün und Gelb neigt, mit dunklem Rot und Cremeweiß auf schwarzen Gründen. / Japanische Motive, zu flachen Rapporten umgeformt, mit rundem Bambus, stilisierten Rosetten und hängenden Blättern über einem Rautengrund. / Blau weißes chinesisches Porzellan im Raum aufgestellt, wobei die Gefäße selbst zum Schmuck gehören.

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Craftsman Style — Gustav Stickley (United Crafts), Armlehnstuhl, 1901, Art Institute of Chicago — Wikimedia Commons / CC BY 3.0 · © Sailko

Craftsman Style

クラフツマン様式 / 1870s–1920s / Stil / Möbel und Interieur

Stil der Architektur, der Innenausstattung und des Kunsthandwerks, der sich in den Vereinigten Staaten von etwa 1870 bis etwa 1925 verbreitete. Er setzt das englische Arts and Crafts fort, indem er auf das Zitat historischer Stile verzichtet und die Schlichtheit wählt, doch seine Träger reichten bis zu Sozialreformern, Pädagogen und Frauenvereinen. Er zeigt sich vor allem an kleinen Häusern wie dem Bungalow, an denen das Material unverstellt sichtbar bleibt.

Bauteile des Tragwerks wie Balken und Konsolen bleiben offen und werden nicht verkleidet. / Es fehlen Kapitelle, Voluten und alle anderen aus historischen Stilen entlehnten Teile. / Er trägt im Maßstab eines kleinen Hauses wie des Bungalows und nicht im Maßstab einer Villa. / Holz und Stein bleiben ungestrichen, sodass die Flächen aus Maserung und Eigenfarbe bestehen.

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Eastlake — Armlehnstuhl im Eastlake-Stil, Missouri History Museum — Wikimedia Commons / Public domain

Eastlake

イーストレイク様式 / 19th century– / Stil / Möbel und Interieur

Name für einen dekorativen und architektonischen Stil im Amerika des neunzehnten Jahrhunderts, der an die Möbelentwürfe von Charles Locke Eastlake geknüpft ist. Das Vokabular des Möbels wandert unverändert an den Bau, und an der Fassade reihen sich Säulen nach Art von Tischbeinen, gebogene Konsolen, gedrechselte Stäbe und Knäufe mit kreisrunden Durchbohrungen.

Säulen, die wie verdickte Tischbeine aussehen. / Gebogene Konsolen, die sich unter Traufen und Vordächern in gleichen Abständen wiederholen. / Dünne gedrechselte Stäbe, die Geländer und den oberen Abschluss der Veranda füllen. / Knäufe mit kreisrunden Durchbohrungen an den Kreuzungspunkten der Bauteile.

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Redaktionelle Grundsätze

IndexStyle sammelt nicht jeden Begriff aus dem Designumfeld. Ein eigener Eintrag muss eine erkennbare, reproduzierbare und von Nachbarn unterscheidbare Bildsprache beschreiben. Aufnahmekriterien

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