Raku Ware

楽焼 / 16th century– / Stil / Keramikstile

Keramik, die bei niedriger Temperatur gebrannt, noch heiß mit der Zange aus dem Ofen gehoben und an der Luft abgekühlt wird. Die Bleiglasur verläuft nicht vollständig, sondern sammelt sich dick, und der Scherben bleibt weich und porös, sodass aus einem einzigen Brand kein Stück dieselbe Oberfläche zeigt. Das in Japan entstandene Verfahren wurde später auch zum Namen einer Technik, die diese Wirkung sucht.

Eine Glasur, die sich dick sammelt und kurz vor dem Rand kraus zum Stehen kommt / Ein feines Craquelé, das die rasche Abkühlung hinterlässt, durchzieht die ganze glasierte Fläche / An unglasiertem Fußring und Boden liegt der weiche Scherben unverstellt frei / Selbst aus demselben Ofen trägt jedes Stück die Farbunterschiede an anderer Stelle und in anderem Maß

Hon'ami Kōetsu, weiße Raku-Teeschale mit dem Namen Fujisan, 17. Jahrhundert — Wikimedia Commons / Public domainSchwarze Raku-Teeschale, 17. Jahrhundert — Wikimedia Commons / CC0Rote Raku-Teeschale, 17. Jahrhundert — Wikimedia Commons / CC0

Wörterbucheintrag

Geeignet für
Wenn Gefäße oder Leuchten aus Keramik entstehen, bei denen von vornherein jedes Stück anders ausfällt · Wenn ein Stück aus der Gleichförmigkeit industrieller Ware heraustreten und die Leichtigkeit und Wärme in der Hand behalten soll
Typografie
Keine Schrift auf der Fläche. Kommt eine Marke hinzu, dann nur eine kleine unter dem Boden.
Komposition
Ein Maß, das in die Hand passt, ein in der Höhe ungleicher Rand und keine festgelegte Schauseite, sodass das Stück im Drehen betrachtet wird.
Material
Eine Bleiglasur, die bei niedriger Temperatur schmilzt. Das Stück wird mitten im Brand mit der Zange aus dem Ofen genommen und an der Luft gekühlt, wodurch der Scherben porös bleibt.
Zu vermeiden
Craquelé und Verzug bloß als Oberflächenmuster aufzumalen setzt die Linien dorthin, wo nie eine Spannung wirkte, und das Ergebnis wirkt als Dekor statt als Spur des Brandes.
Zum Weiterlesen
why the Getty separates raku (pottery) and raku (technique) into two entries / the link between a low firing lead glaze and a body that stays soft and porous / the fact that the tool for lifting a piece from the kiln stands as its own entry as raku tongs

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