Maltechniken

Geordnet sind sie nach dem unterschiedlichen Umgang mit einer Frage, wie Licht und Tiefe auf einer flachen Fläche entstehen. Von der Augentäuschung über die Zerlegung des Pinselstrichs bis zu Verläufen, die am Bildschirm erzeugt werden.

Wörterbucheintrag

  1. Gradient Mesh digital–contemporary / Technik

    Verschmilzt mehrere Farbzentren nahtlos und gibt der flachen Fläche die Tiefe von Licht und Atmosphäre.

  2. Trompe-l'œil antiquity–present / Technik

    Verbirgt die Grenze der Bildebene und stimmt Material, Schatten und Maßstab so lange ab, bis man glaubt, der Gegenstand sei wirklich da.

  3. Chiaroscuro 16th century– / Technik

    Modelliert die Form aus starkem Hell-Dunkel-Kontrast und lässt das Licht selbst Handlung und Empfindung tragen. Diese Grammatik reicht von der Malerei bis zum Film noir.

  4. Magic Realism 1925–1970s / Stil

    Malerei, deren Darstellung kompromisslos realistisch bleibt und in der die Wirklichkeit durch Licht, Anordnung und Stille dennoch um eine Stufe verschoben erscheint. Ohne die Verformungen des Surrealismus zu bemühen, ruft sie Beunruhigung und Ruhe zugleich hervor, indem sie alltägliche Dinge von befremdlicher Klarheit nebeneinandersetzt. Der Name stammt aus der deutschen Kunstkritik von 1925.

  5. Novecento Italiano 1922–1943 / Stil

    Eine Bewegung, die nach der Zersetzung durch die Avantgarde zur Massigkeit und Ruhe der italienischen Klassik zurückkehren wollte. Vereinfachte, feste Körper, gedämpfte Erdtöne und stark frontale Kompositionen wurden zum Vokabular der öffentlichen Bauten und Wandbilder der Zwischenkriegszeit. Ein Hauptbeispiel der „Rückkehr zur Ordnung“, das auch in seiner Nähe zum Regime gelesen werden muss.

  6. Impressionism 1860s–1880s / Stil

    Bewegung, die ins Freie ging und mit rascher Pinselschrift das Licht selbst festhielt. Sie gab die Umrisslinie auf, setzte Schatten in Komplementärfarben statt in Schwarz und malte denselben Gegenstand zu jeder Tageszeit anders. Fast die gesamte spätere Avantgarde bestimmt sich über Zustimmung oder Ablehnung zu dieser Bewegung.

  7. Post-Impressionism 1880s–1900s / Stil

    Sammelname für Maler, denen die Improvisation des Impressionismus nicht genügte und die Struktur, Symbol und Empfindung je auf eigene Weise zurückgewannen. Es ist kein einheitlicher Stil, sondern mehrere nebeneinander stehende Antworten, der Pointillismus, die flache Farbfläche, die wogende Pinselschrift. Von hier zweigt die Abstraktion des 20. Jahrhunderts ab.

Zurück zur Position im Index