Illustrationsstile

Von Hand gezeichnete Bilder, deren Linie und Farbauftrag zu festen Regeln wurden, weil das verteilende Gefäß es verlangte, Zeitschrift, Anzeige, Comic. Die Bildsprache entsteht aus den Forderungen dieses Gefäßes.

Wörterbucheintrag

  1. Naïve timeless / Stil

    Tritt aus den Normen des Könnens heraus und macht schlichte Beobachtung und Unausgewogenheit zum Reiz.

  2. Corporate Memphis mid-2010s– / Stil

    Erklärt digitale Dienste über vereinfachte Figuren, Geometrie und weiche Farben als sicher und freundlich.

  3. Push Pin Style 1954–1980s / Stil

    Das Studio von Glaser und Chwast wirkte als Gegenstück zum Schweizer Rationalismus und baute aus historischen Stilen, Comics und Volksdrucken einen illustrationsgeführten Eklektizismus. Fette Konturen und ornamentale Farbflächen bemalten die Magazine und Platten der 1960er und 1970er Jahre neu.

  4. Mid-century Picture Book 1940s–1960s / Stil

    Das goldene Zeitalter des Bilderbuchs nach dem Krieg: flache, begrenzte Farben ohne Angst vor Passerdifferenzen, vereinfachte Figuren und ein spielerischer Einklang von Schrift und Bild, der die moderne Form in den Alltag der Kinder trug.

  5. Airbrush Illustration 1970s–1980s / Technik

    Druckluft legt Verläufe ohne sichtbare Naht, und auf ihnen ruhte das goldene Zeitalter der kommerziellen Illustration mit Chromreflexen, feuchtem Glanz und idealisierter Haut. Vor dem Digitalen bedeutete das die perfekte Oberfläche.

  6. Skate Graphics 1980s– / Stil

    Grafik für die hochformatige Fläche der Deckunterseite, entworfen im Wissen, dass sie abgeschliffen wird. Kräftige Konturen und horrorgetränkte Übertreibung, wie sie Phillips' Screaming Hand zeigt, schufen eine Heraldik der Straße.

  7. Lowbrow (Pop Surrealism) 1979– / Stil

    Malerei von außerhalb des Museums, geschult an Hot Rods, Comics, Tattoos und B-Movies. Sie gibt das Popgedächtnis in präziser Öltechnik wieder, und das Magazin Juxtapoz gab ihr als Pop-Surrealismus ein Zuhause.

  8. American Comic Book Style 1938– / Stil

    Die Grammatik der Übertreibung, geboren aus Vierfarbdruck und Ben-Day-Punkten: kräftige Konturen, Kostüme in Primärfarben, Speedlines und berstende Lautmalerei drucken den amerikanischen Mythos auf billiges Zeitungspapier.

  9. Ligne Claire 1929– / Stil

    Der Stil der gleichmäßigen Kontur, den Hergé in Tim und Struppi begründete. Nichts wirft einen Schatten, jedes Element trägt dieselbe Strichstärke, und diese demokratische Bildfläche erhob die Klarheit selbst zur Ästhetik, die vom europäischen Comic bis in die heutige Illustration weiterwirkt.

  10. Gekiga 1957–1970s / Stil

    Bezeichnung, die Tatsumi Yoshihiro aufstellte, um sich vom Manga für Kinder zu lösen. Mit dünner Strichführung, dichten Schatten und filmischer Panelfolge behandelte er gesellschaftliche Themen und Gewalt für Erwachsene. Er erweiterte den Themenraum des Comics entscheidend.

  11. Shōjo Manga 1950s– / Stil

    Feld, das eine eigene Grammatik aufbaute, um Psychologie in Raum zu übersetzen. Panelrahmen werden durchbrochen, Blumen und Sterne streuen über den Hintergrund, die innere Stimme läuft an den Rand hinaus. Große Augen und übereinandergelegte Panels sind Apparate, um den Fluss des Gefühls und nicht den der Zeit zu zeichnen.

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