Schilder und Beschriftungen
Ausdrucksformen der Straße, bei denen die Ladenfront oder die Fahrzeugkarosserie selbst zum Schild wird. Meist ist es handgemalte Handwerksarbeit, und auch die verblassenden alten Buchstaben an Mauern gehören dazu.
Wörterbucheintrag
- Neon Signage 1912–1990s / revival / Stil
Der Reklamestil aus gebogenen Glasröhren, die als Buchstaben und Bilder leuchten. Hongkongs über die Straße ragende Schriftzeichentafeln und die eskalierenden Lichtkriege von Las Vegas schufen die nächtliche Bildsprache dieser Städte.
- Ghost Signs 1880s–1950s / rediscovery / Stil
Von Hand auf Backsteinwände gemalte Reklame, von der Witterung ausgeblichen. Die Schriftmalerei der als „wall dogs“ bezeichneten Handwerker wird heute, abgeblättert und verblasst, als Schicht des städtischen Gedächtnisses wiederentdeckt.
- Supergraphics 1966–1970s / Stil
Umweltgrafik in einem Maßstab, der die Wand überrennt und Geometrie und Buchstaben um die Architektur biegt, bis die Raumwahrnehmung selbst kippt. Solomon verband am Sea Ranch Schweizer Typografie mit kalifornischer Wucht.
- South Asian Truck Art 1940s– / Stil
Gemalter Schmuck bedeckt jede Fläche der Lastwagen Pakistans und Indiens. Florale Phool-Patti-Muster, Porträts von Helden und Heiligen sowie Reliefs aus Spiegeln und Ketten verwandeln das Arbeitsfahrzeug in einen rollenden Palast des Stolzes.
- Fileteado Porteño 1900s– / Technik
Die dekorative Linienkunst von Buenos Aires ging aus der Karrenmalerei und den Ladenschildern hervor. Geschwungener Akanthus, Bänder, Blumen und stark schattierte Buchstaben bilden in diesem städtischen Pinselhandwerk ein einziges System, das die UNESCO inzwischen ausgezeichnet hat.
- African Barbershop Sign 1950s– / Stil
Die handgemalten Schilder westafrikanischer Barbershops: nummerierte Frisurmuster im Raster, flach wiederholte Gesichter, angesiedelt zwischen Produktkatalog und Porträt.