Fototechniken

Handgriffe, die den Umgang mit lichtempfindlichem Material und die Entwicklung selbst zum Ausdruck machen. Dazu gehören Verfahren, ohne Kamera zu belichten, und solche, die Zeit auf ein einziges Blatt falten.

Wörterbucheintrag

  1. Cyanotype 1842– / Technik

    Bannt den Umriss eines belichteten Gegenstands unmittelbar in tiefes Blau. Dokument und Poesie fallen dabei in einem Bild zusammen.

  2. Photomontage 1910s– / Technik

    Zerschneidet fotografische Fragmente und fügt sie neu zusammen zu Bezügen und kritischen Bedeutungen, die es in der ursprünglichen Wirklichkeit nie gab.

  3. Photogram 1830s– / avant-garde revival / Technik

    Hier ist keine Kamera beteiligt. Objekte, die auf die lichtempfindliche Schicht gelegt und belichtet werden, verwandeln Kontur, Transparenz und Abstand in das Bild.

  4. Solarization 19th century– / 1920s revival / Technik

    Belichtet den Abzug mitten in der Entwicklung erneut und kehrt einen Teil der Tonwertskala in leuchtende Ränder und metallisches Licht um.

  5. Chronophotography 1870s–1890s / Technik

    Zerlegt Bewegung in aufeinanderfolgende Augenblicke und macht die Struktur der Zeit in einem Bild oder einer Serie sichtbar.

  6. Daguerreotype 1839–1860s / Technik

    Die erste praktikable Fotografie fixierte das Bild unmittelbar auf einer versilberten Platte. Ein seitenverkehrtes Unikat, spiegelnd und im Samtetui verwahrt wie ein Schmuckstück: hier beginnt die Erfahrung, ein Bild zu besitzen.

  7. Instant Photography 1948– / Technik

    Polaroid ließ das Bild an Ort und Stelle erscheinen. Das weiß gerahmte Quadrat, die zarten Farben der chemischen Entwicklung und die Tatsache, dass es das Bild nur einmal gibt, wurden zu einer Sprache der Nähe, die das Digitale überdauert hat und in Instax fortlebt.

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