Filmtechnik

Wie ein Bild aussieht, entscheidet hier die Technik des Aufnehmens, Entwickelns und Abspielens selbst. Und sobald ein Verfahren veraltet ist, wird daraus eine Ästhetik, die Nostalgie umgibt.

Wörterbucheintrag

  1. Silent Film Intertitle 1900s–1920s / Technik

    Dialog und Erläuterung wurden als eigene Schrifttafeln in den Film geschnitten. Hier begegneten Kino und Typografie einander zum ersten Mal.

  2. Technicolor 1922–1950s / Technik

    Brachte über Farbauszugsnegative und Farbstoffübertragung gesättigte Farbe ins Kino und schrieb „Farbe leuchtender als die Wirklichkeit“ ins filmische Gedächtnis ein.

  3. Slit-Scan 1968– / Technik

    Lange Belichtung durch einen Spalt, während Kamera oder Motiv sich bewegen, dehnt Raum und Zeit zu einem einzigen Bild. Die Stargate-Sequenz in 2001: Odyssee im Weltraum schrieb das Verfahren in die Filmgeschichte ein.

  4. Bullet Time 1999– / Technik

    Ein Bogen aus Standkameras, gleichzeitig oder nacheinander ausgelöst: Die Zeit steht beinahe still, während sich allein der Blickpunkt bewegt. Matrix machte die Idee der virtuellen Kamera populär.

  5. Film Leader 1930s– / Stil

    Das Startband einer Kopie, gemacht für Synchronisation und Kontrolle. Seitenverkehrte Beschriftung, Stanzlöcher und die von 8 auf 2 fallenden Zahlen waren reine Funktion und wurden zum kulturellen Zeichen dafür, dass der Film gleich beginnt.

  6. VHS Aesthetic 1980s–2000s / 2010s revival / Bildwelt

    Bildzeilen, Tracking-Rauschen, überlaufende Farbe und eingeblendete Zeitstempel: der Verfall und die Bildschirmanzeigen des häuslichen Aufnahmemediums, stilisiert zur Textur der aufgezeichneten Erinnerung.

Zurück zur Position im Index