Kunsthandwerksbewegungen
Hier stehen die Bewegungen, die das namenlose Handwerk als wertvoll neu betrachteten, neben den volkstümlichen Techniken, auf die sie zeigten. England und Japan reihen sich an Mexiko und China.
Wörterbucheintrag
- Arts and Crafts 1860s–1910s / Stil
Stellt Material und Handarbeit wieder ins Zentrum der Gestaltung und fügt jedes Detail des Alltags einer einzigen Überzeugung ein.
- Papel Picado 19th century– / Technik
Für mexikanische Feste werden Dutzende Seidenpapierbogen auf einmal durchstoßen. Die zarten Durchbrüche lassen Licht und Wind hindurch und tragen Feier und Totengedenken mit derselben Leichtigkeit.
- Jianzhi (Chinese Paper Cutting) 6th century– / Technik
Der chinesische Scherenschnitt bearbeitet rotes Papier mit Schere und Messer. Als Fensterblumen schmückt er zum Neujahr die Fenster und fügt Glückszeichen und Geschichten allein aus zusammenhängenden Linien, eine Gestaltung aus Positiv und Negativ, die bis heute als immaterielles Erbe weitergegeben wird.
- Mingei 1926– / Stil
Yanagi Sōetsu und sein Kreis fanden in den Alltagsdingen namenloser Handwerker die „Schönheit des Gebrauchs“. Indem die Bewegung Anonymität, Wiederholung und Nützlichkeit zum Maß gesunder Form machte, wurde sie zum Fundament des japanischen Gestaltungsdenkens.
- Pysanky prehistory– / Technik
Die ukrainischen Ostereier werden in Wachsreservetechnik gefärbt. Heiße Wachslinien und wiederholte Farbbäder bauen geometrische Muster und Lebensbäume schichtweise über die gewölbte Schale, wobei Motiv und Farbe ein ganzes Gebetssystem im Kleinen tragen.