On-Air-Design
Nicht die Sendungen selbst, sondern das, was davor, danach und in den Lücken dazwischen läuft. Ein paar Sekunden Bewegtbild oder eine einzige Tafel hatten die Aufgabe, dem Sender eine Persönlichkeit zu geben.
Wörterbucheintrag
- Title Sequence 1955– / Stil
Gestaltet die ersten Minuten eines Films als eigenständiges Werk, in dem Form, Schrift und Musik im Gleichklang das Thema vorwegnehmen. Saul Bass bestimmte den Vorspann neu als Prolog und nicht als Vorschau.
- Test Card 1934– / Stil
Das Testbild, das zur Einstellung und in Sendepausen ausgestrahlt wird. Farbbalken, Raster, Kreise und Hauttonreferenzen entsprangen technischer Notwendigkeit und wurden doch zu einer öffentlichen Geometrie, die sich einer ganzen Generation eingeprägt hat.
- Channel Ident 1982– / Stil
Das Gesicht des Senders: sein Logo, für wenige Sekunden in Bewegung gesetzt. Lambie-Nairns fliegende Blöcke für Channel 4 wurden zum Ursprung der CG-Idents und des Senderbrandings.
- MTV Graphics 1981– / Stil
Eine Identität, die feste Unternehmensfarben verweigerte: nur die Form des M bleibt, ihre Oberfläche wird endlos neu bemalt. Das Logosystem von Manhattan Design brachte „die Veränderung selbst als Konstante“ ins Fernsehen.
- Scanimate 1969–1980s / Technik
Ein analoger Videosynthesizer, der Bilder auf der Bildröhre elektrisch und in Echtzeit verzerrte. Er ist die eigentliche Quelle der glühenden, fliegenden, wogenden Logos im Fernsehen der 1970er und 80er Jahre und trug die Bewegtbildbranche vor dem Digitalen.