Animationstechniken

Versammelt sind Entscheidungen darüber, wohin die Mühe verteilt wird, jedes Bild einzeln herzustellen. Der Entwurf, möglichst wenige Bilder zu bewegen, hat unmittelbar den Zeichenstil und die Eigenheiten der Inszenierung geprägt.

Wörterbucheintrag

  1. Cartoon Modern 1943–1959 / Stil

    Die Zeichner der UPA gaben Disneys plastischen Realismus zugunsten flacher Farbflächen, vereinfachter Linien und stilisierter Bewegung auf und holten die grafische Sensibilität der Jahrhundertmitte in den Animationsfilm.

  2. Limited Animation 1940s– / Technik

    Reduziert die Zahl der Zeichnungen bewusst und setzt Standbilder, Wiederholungen und Teilbewegung als Stil ein. Die UPA etablierte das als Ästhetik; Fernsehen und japanische Auftragsanimation entwickelten daraus eigene Grammatiken.

  3. Cel Animation 1915–1990s / Technik

    Die arbeitsteilige Technik, nur die bewegten Teile auf durchsichtige Zelluloidfolien zu malen und über einen ruhenden Hintergrund zu legen. Sie prägte fast ein Jahrhundert lang die industrielle Struktur der kommerziellen Animation.

  4. Stop Motion 1898– / Technik

    Puppen und Modelle Bild für Bild zu bewegen, um der Materie Leben zu geben. Das leise Zittern der Handarbeit und die Präsenz echter Materialien bleiben ein Reiz, den CG nicht ersetzen kann.

  5. Rotoscope 1915– / Technik

    Realaufnahmen Bild für Bild nachzeichnen. Von den Fleischers patentiert, mischt das Verfahren die Schwere der Realaufnahme mit der Freiheit der Zeichnung zu einer eigentümlich flirrenden Linie.

  6. Anime Style 1960s– / Stil

    Zeichenkonventionen, die das japanische Fernsehanime aufbaute, um mit möglichst wenigen Zeichnungen möglichst viel Information zu liefern. Das vereinheitlichte, zeichenhafte Gesicht, die Klarheit der Umrisslinie und die aus Standbildern und Effekten erzeugte Geschwindigkeit haben Zeichenstile weltweit geprägt.

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